Historie

Die Anfänge der heutigen Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH gehen auf einen Handwerker namens Johann Samuel Schwalbe zurück, der 1811 seine Maschinenbau-Werkstatt in Chemnitz gründete. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der kleine Familienbetrieb, der zunächst als "J. S. Schwalbe & Sohn" bekannt war, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einem angesehenen Unternehmen. 1873 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und hieß fortan „Maschinenfabrik Germania vormals J. S. Schwalbe & Sohn“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte die Maschinenfabrik mehrere Zweigstellen in der Chemnitzer Region vorweisen. Das Exportgeschäft erstreckte sich bereits zu dieser Zeit bis nach Süd- und Mittelamerika, nach Australien, China und Russland.

In der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg hatte das Chemnitzer Unternehmen zwar auch mit Krisen und Engpässen zu kämpfen, die Produktion lief jedoch beständig weiter. Nach den verheerenden Bombenangriffen im Jahr 1945 lag das Firmengelände in Schutt und Asche – die Maschinenfabrik war zu einem Neuanfang gezwungen. Dem Engagement der Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass ab Juli 1946 die Geschäfte unter neuem Namen weiterliefen. Mit der Überführung in Volkseigentum hieß das Unternehmen fortan VEB Germania.

Ende der 1950er Jahre bildeten sich zwei Schwerpunktbereiche in der Produktion heraus. Der Etablierung eines eigenen Anlagenbau-Zweiges ging die Gründung der Objektleitstelle Anlagenbau Anfang Oktober 1959 voraus. Ab Oktober 1964 trennten sich Anlagen- und Apparatebau voneinander und firmierten so als die zwei Hauptaufgabenbereiche. Der Anlagenbau erhielt daraufhin den Namen VEB Anlagenbau Karl-Marx-Stadt, der Apparatebau hieß VEB Germania Karl-Marx-Stadt.

Der VEB Anlagenbau konnte umfangreiche Projekte im In- und Ausland umsetzen. So zeichnete das Unternehmen unter anderem für die Errichtung des Düngemittelkomplexes in Schwedt (1964) verantwortlich und wickelte mehrere Aufträge für die VEB Leuna Werke (1965 bis 1974) ab. Auch internationale Projekte kamen hinzu, wie zum Beispiel eine Anlage für Butandiolsynthese in Nowotscherkassk/Russland (1968), eine Hochdruckpolyethylen-Anlage in Nowopolozk/Weißrussland (1972) und eine Oxosynthese-Anlage in Perm (1972).

In der Nachwendezeit fand der VEB Anlagenbau in der Lurgi GmbH aus Frankfurt/Main einen kompetenten Partner. Man wagte den Schritt, zum 1. Januar 1990 aus dem Chemieanlagenbaukombinat Leipzig/Grimma auszutreten und als eigenständiger VEB Anlagenbau Karl-Marx-Stadt weiterzuarbeiten. Nach der Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft und mehreren Namensänderungen firmierte das Anlagenbauunternehmen schließlich ab dem 1. Juli 1990 unter der Bezeichnung Lurgi Anlagenbau Chemnitz GmbH. In den folgenden Jahren konnte die Chemnitzer Firma viele anspruchsvolle Projekte realisieren, darunter einen Erdgasuntergrundspeicher in Puchkirchen/Österreich (1992), Anlagen für Ethylbenzol und Styrol in Salawat/Russland (1993) oder eine Zeoforminganlage in Gorlice/Polen (1996).

Ende der 1990er Jahre wurden weitere Anlagenprojekte erfolgreich umgesetzt, so in Bitterfeld-Wolfen (2002), Pratteln/Schweiz (2000) oder Marl (2002). Im Jahr 2004 entschieden sich Joachim und Jörg Engelmann für ein Management-Buy-out. Mit diesem Schritt konnte der Chemnitzer Standort vor der Schließung bewahrt und mehrere hundert Arbeitsplätze erhalten werden. Seitdem ist die Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH – so der neue Name seit 2004 – auf Erfolgskurs: Anlagen in Dollbergen/Deutschland (2004), in Kalamkas/Kasachstan (2005) sowie in Haidach/Österreich (2007) können als Beispiele für erfolgreich realisierte Aufträge genannt werden.

Auch im neuen Jahrtausend ist die Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH auf Expansion ausgerichtet. Mit der Übernahme der Firma HUGO PETERSEN im Jahr 2005 sowie dem Zusammenschluss mit dem polnischen Unternehmen BiProTech (2006) erfolgten wichtige Schritte hin zum Ausbau der Anlagenbaukapazitäten.

Heute blicken wir nicht nur auf eine erfolgreiche 50-jährige Geschichte als Chemnitzer Anlagenbauer zurück, sondern orientieren uns weiterhin an Neuerungen in der Technik und der Ingenieurswissenschaften. Wir stellen uns den Herausforderungen des Marktes und sehen neuen Projekten gemeinsam mit unseren Kunden optimistisch entgegen.